Wieder zurück in Österreich.

Wie Lisi schon berichtet hat, gab es nach 30 Stunden Verhandlungsmarathon eine Einigung. Es stimmt natürlich, dass die Ergebnisse nicht so konkret sind, wie erhofft. Bei der COP19 treffen viele Interessen aufeinander, von denen wohl alle (bis zu einem gewissen Grad) eine Berechtigung haben. Der (internationale) Dialog ist aber, genauso wie nationale Bemühungen, unerlässlich.

Für mich persönlich ist positiv, dass ALLE Parteien Verpflichtungen haben und zur Lösung beitragen müssen. Dies war allen voran der EU ein Thema, während andere Länder die alte Unterteilung in Industrieländer und Entwicklungsländer beibehalten wollten. Auch die Einigung beim umstrittenen Punkt „Loss and Damage“, bei dem vom Klimawandel getroffene Länder bei Katastrophen unterstützt werden, halte ich für einen Schritt nach vorne.

Die Konkretisierung der getroffenen Vereinbarungen bis zur COP21 in Paris im Jahr 2015, wo „der große Wurf“ gelingen soll, wird sicherlich ein harter, steiniger und langer Weg. Ich schließe mich Lisi an, und betone, dass wir uns nicht auf diesen „top-down approach“ verlassen sollen, sondern auch „bottom-up“ benötigen. Die Reduktion der Emissionen wird zwar (weit weg) auf einer COP beschlossen, geschehen muss sie aber direkt bei uns, wie auch in allen anderen Ländern.

In diesem „ministerial huddle“ wurde der letzte Kompromiss zum Thema „Loss and Damage“ beschlossen:

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Und wir waren natürlich hautnah dabei:

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Damit verabschieden wir uns. Wir berichten am 28. November 2013,  17:30-19:30 Uhr, im Umweltbundesamt unter dem Titel „Wie Warschau wirklich war!“. Fest steht: Anstrengend, lehrreich und mit kleinem Happy-End.

Die marathon Verhandlungen sind vorbei…Nach 2 1/2 Wochen in Warschau bin ich jetzt am weg zurück nach Schottland und das ‘normale’ Leben fängt wieder an – doch die Welt sehe ich jetzt ein bisschen anders. Ich war immer schon leicht zynisch und hatte wenig Hoffnung das Politik seinen Teil zum Klimawandel beitragen kann doch in diesen zwei Wochen habe ich gelernt das die Bedeutung dieses Prozess nicht unterschätz werden darf – der Prozess ist nicht perfekt aber er ist das beste was wir momentan haben. Natürlich kann mann es skeptisch sehen das 10,000 Leute aus aller Welt nach Warschau für eine Klimakonferenz eingeflogen werden, doch auch im Zeitalter von Skype kann man die Atmosphäre so einer Konferenz nicht virtuell darstellen. Der zweite Kritikpunkt der oft genannt wird ist das man bei der COP nie zu konkreten Ergebnissen kommt – die Welt kann man aber nicht in zwei Wochen retten und die Ergebnisse stehen großteils schon in Vorhinein fest. Den Leuten sollte übermittelt werden das sie sich vor, während und nach den Konferenzen darüber aufregen sollen das nicht genug gegen den Klimawandel gemacht wird und nicht nur wenn in den Medien gerade darüber berichtet wird. Der Klimawandel ist das größte Problem unserer Generation und ein ‘top-down’ approach ohne einen ‘bottom-up’ approach wird dieses Problem nicht lösen.
Der Klimawandel wird oft in den zwei extremen berichtet. Auf der einen Seite gibt es die bösen ‘historical polluters’ und auf der anderen Seite stehen die hilflosen ‘developing countries’. Auf der einen front kämpfen die engagierten Aktivisten und auf der anderen front stehen die gemeinen Politiker. Auf der einen Seite sieht man das den Weltuntergang und auf der anderen Seite ist Klima Wandel ein Schwindel denn das Klima hat sich ja immer geändert. Klimawandel ist aber nicht schwarz und weiss sondern besteht aus hundert Grautönen. Politiker sind oft sehr engagierte Leute die einfach die Interessen ihres Staates vertreten und Aktivisten vertreten das andere extrem und müssen oft mal aus Prinzip gegen alles sein. Irgendwo dazwischen stehen die Jugendlichen die noch in der Lernphase sind und Argumente von allen Seiten wahrnehmen. Wenn mir in Warschau eins klar geworden ist, ist das es  das die nächste Generation die ist, die für ihre Zukunft kämpfen muss und da macht es mir Hoffnung das sich so viele Jugendliche bewegen können um miteinander zu arbeiten um ihre Meinung bei so einer Konferenz zu vertreten.

☮♥☺,
Lisi

Ban Ki-Moon, Connie Hedegaard, Donald Tusk

Viel ist passiert in den letzten Tagen. Wir europäischen Jugendlichen hatten ein Treffen mit EU-Kommissarin für Klimaschutz Connie Hedegaard, wo sie in einer motivierenden Rede unsere Aktivitäten unterstützte und sich Zeit für unsere Fragen nahm.

Bereits einen Tag später begann das High-Level-Segment mit Eröffnungsreden von Ban Ki-Moon, Connie Hedegaard, Donald Tusk (und noch vielen mehr!). Während uns Connie Hedegaard sehr begeistert hat, üben wir an Donald Tusk starke Kritik: In der Eröffnungsrede der Klimakonferenz aktiv Kohle und Fracking zu loben, halten wir für nicht angebracht.

Auch in den nächsten Tagen werden wir uns Ministerreden anhören und natürlich für die Belange der Jugend eintreten.

Zum Abschluss noch ein Bild vom heutigen Event der Lighthouse Activities 2013, wo herausragende Klimaschutzprojekte geehrt wurden.

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Connected Voices Aktion um die Stimmen der Jugendlichen die nicht bei der COP vertreten sind zu vertreten.

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Warschau ‚cares‘?

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Übergabe der Kindermeilen.

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Samstag, Ende der ersten Woche.  Zugegebenermaßen noch nicht ganz: Eine Delegationsbesprechrechung steht uns noch bevor. Und natürlich die NGO-Party, die anscheinend ein Pflichttermin ist.

Einige der vielen Eindrücke möchte ich hier wiedergeben: Die Klimakonferenz wird von unzähligen Side-Events begleitet. „The changing geopolitics of climate change“ (organisiert vom Global Public Policy Institute der Unversität Potsdam), ein EU-Side Event, hat uns heute wertvolle Hintergrundinformationen zur Politik geliefert. Gestern wiederum gab es Einblicke in die Klimaforschung bei der NASA Hyperwall (im Bild sind die Meeresströmungen in einer Simulation zu sehen):
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Heute haben wir uns gleich in der Früh im Rahmen von Connected Voices für Jugendliche eingesetzt, die nicht das Glück haben, hier auf der UN-Klimakonferenz für ihre Interessen sprechen zu dürfen. Eine weitere überraschende Aufgabe war bei der Überreichung der Klimameilen, einer Initiative des Klimabündnisses dabei sein zu dürfen, oder dort Österreich zu vertreten (siehe Bilder).

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Im Bild sind Christiana Figueres und Ahmad Alhindawi  sowie die polnischen Schulkinder, die die Initiative hier vor Ort präsentieren durften. Obwohl es eine große Ehre war, hier Österreich vertreten zu dürfen, gebührt der wahre Dank natürlich den österreichischen Kindergartenkindern und SchülerInnen, die Klimameilen gesammelt haben! Gerüchten zufolge stammen von den insgesamt ca. 2.000.000 gesammelten Meilen über 800.00 aus Österreich!

3 Gute Websites um die Verhandlungen zu verfolgen: 

1. Tcktcktck verfolgt die Verhandlungen und berichtet täglich. Link: http://tcktcktck.org/events/cop19

2. IISD ist auch eine gute Ressource um die Verhandlungen zu verfolgen. Link: http://www.iisd.ca/climate/cop19/enb/

3. CAN, das ‚Climate Action Network‘ verleiht jeden Tag den ‚Fossil of the Day Award‘. Link: http://www.climatenetwork.org/fossil-of-the-day

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☮♥☺,
Lisi

Heute ist “Young and Future Generations Day”.

Andreas und ich sitzen gerade in dem side event “UNFCCC: Intergenerational Inquiry”. Ein Panel das aus zwei Jugendlichen, Ahmad Alhindawi und Christiana Figueres besteht bespricht soeben ‘Intergenerational Equity’. Andreas und ich haben das Glück hier zu sitzen weil Österreich sehr fortschrittlich zum Thema Jugend Beteiligung steht und bei dieser COP zum ersten mal zwei Jugendeligierte mit genommen hat – nicht alle Jugendliche haben diese Möglichkeit bei ihrer Zukunft mit zu diskutieren.

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Gestern und heute fanden die Eröffnungszeremonien der  COP, CMP, SBI, SBSTA und ADP statt und die Verhandlungen zwischen den 194 Vertragsstaaten der Konvention haben offiziell begonnen. Die Rede der Philippinen hat für einen emotionelen Start gesorgt (http://www.rtcc.org/2013/11/11/its-time-to-stop-this-madness-philippines-plea-at-un-climate-talks/) und hat den ganzen Tag für Gesprächsstoff gesorgt – die Meinungen über die Rede sind allerdings ganz unterschiedlich.

Es ist total chaotisch und hektisch hier aber langsam kommen wir in eine Routine. Unser Tag beginnt jeden morgen um 8 Uhr mit einem YOUNGO spokes council, bei dem die Tages-Agenda ausgearbeitet wird. Den Rest des Tages verbringen wir damit, Verhandlungen zu verfolgen und uns mit unseren Working Groups zu treffen. Es ist auf jeden Fall total cool, so viele Jugendliche zu treffen, die sich für den Klimawandel und Klimagerechtigkeit einsetzen.

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COP Eröffnungs Zeremonie

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Spokes council

☮♥☺,
Lisi

Morgen geht es los!

Heute, nach Ende der COY (Conference of Youth) haben wir uns unsere Badges abgeholt. Die COP19 findet im grandios in Nationalfarben (morgen wird in Polen der Unabhängigkeitstag gefeiert) beleuchteten Stadion statt. Zugegebenermaßen ist es ein tolles Gefühl, einen offiziellen „Austria-Party-Badge“ zu haben.

Main Entrance

Thematisch werden wir uns nächste Woche schwerpunktmäßig  in den Themen „Intergenerational Equity“ und „Mitigation“ engagieren. Heute, am letzten Tag der COY, haben wir hier wertvolle Vorarbeit geleistet. Neben Vernetzung sind auch konkrete Schritte, unsere Themen bestmöglich während der COP19 zu vertreten, geplant worden.

Youth Delegates

„I care“, das Motto der diesjährigen COP19. Morgen werden wir um 8.00 hier, beim Nationalstadion zur Stelle sein und beim YOUNGO-Meeting (Netwerk der Jugendlichen) teilnehmen. Anschließend geht es auf ins Konferenz-Getümmel, worüber wir euch auch über Twitter berichten werden: @Andreas_Nagl, @lisbethh13. Bis morgen, dobranoc!🙂

Live von der COY9!